Orkantief "Gerda" (Mitteleuropa); 12. Januar 2004, 10:33 UTC, NOAA 17 VIS
Als junges Tief lag "Gerda" um 00 UTC noch weit draußen auf
dem Atlantik südwestlich von Irland (Bodenanalyse 12.1.04 00 UTC).
In der kräftigen Frontalzone
zwischen dem nordatlantischen Zentraltief und einem von den Azoren bis nach Südwesteuropa
reichenden Hochdruckgebiet verlagerte sich "Gerda" rasch nach Osten, vertiefte sich weiter und
erreichte gegen 12 UTC bereits Belgien. Der weitere Weg führte das Tief nach Osten in etwa
entlang des Maines, gegen Mitternacht konnte das Zentrum bei Krakau (Südpolen)
(Bodenanalyse 13.1.04 00 UTC) analysiert werden.
Das Starkwindfeld auf der Südseite des Tiefs beeinflusste in Deutschland
die südlichen Landesteile, vor allem Baden-Württemberg und Bayern.
Im Flachland erreichten die Böen im Allgemeinen Werte um 100 km/h (Karlsruhe 107 km/h,
Stuttgart-Schnarrenberg 111 km/h), die mittleren Windgeschwindigkeiten lagen bei
60 bis 65 km/h. Wesentliche höhere Windspitzen konnten auf den
Bergen registriert werden: 169 km/h auf dem Feldberg/Schwarzwald, auf dem Wendelstein sogar
206 km/h, Mittelwind hier 126 km/h.
"Gerda" wies auf dem Entwicklungshöhepunkt im Kern
einen Druck von 985 hPa auf, den sie einige Stunden lang auf dem Weg von der belgischen
Grenze bis zum mittleren Main beibehielt.
Mit Annäherung und Durchzug des Orkantiefs
stieg das Thermometer am Abend im Südwesten vielfach über 10°C (Strasbourg 13.5°C um 18 UTC,
Karlsruhe 12.3° um 19 UTC, München-Flughafen 10.0°C um 22 UTC).
Wenngleich "Gerda" eine ähnliche Zugbahn wie der vielfach als
Vergleich herangezogene Weihnachtsorkan "Lothar" (26.12.1999) einschlug, waren die
Windgeschwindkeiten und Schadenswirkungen doch bei weitem nicht so dramatisch.
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