von Kármán Wirbel (Jan Mayen, Nordatlantik); 2. April 2003, 11:03 UTC, NOAA VIS
Polare Kaltluft rauscht aus dem Eismeer nach Süden.
Über dem vergleichsweise warmen Wasser des Nordatlantiks
entsteht durch Konvektion Bewölkung, deren vertikale Mächtigkeit
allerdings nicht besonders groß ist.
Als Hindernis stellt sich die kleine Insel Jan Mayen (im Bild links oben)
der Strömung in den Weg und muss um- oder überströmt werden.
Das Wolkenbild lässt auf beide Strömungsvorgänge schließen:
Unmittelbar hinter (unterhalb) der Insel sind drei horizontal orientierte
Wolkenstreifen erkennbar. Sie verdanken ihre Entstehung der Überströmung
der westlichen Teils der gebirgigen Insel (Leewellen) und ordnen sich quer zur Strömung an.
Weitaus augenfälliger erscheinen die
gut ausgeprägte Wolkenlücke und die sich über einige 100 Kilometer
anschließende und nach Süden verlaufende Wirbelstruktur, die man
als Kármánsche Wirbelstraße bezeichnet.
Anfang des letzten Jahrhunderts untersuchte Theodor von Kármán die
turbulente Umströmung von Hindernissen in einem Strömungskanal.
Er beobachte die Wirbelentstehung hinter dem Körper und stellte ein
Ablösen und Weiterwandern der Wirbel fest, die entlang einer Geraden,
der Wirbelstraße, erfolgt. Bei genauerer Betrachtung erkannte er,
dass abwechselnd links- und rechtsdrehende Wirbel entstanden und sich
nacheinander vom Körper ablösten.
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