Satellitenbilder


Archiv     Aktuelle Satellitenbilder


Entwicklung der Sturmtiefs "Farah" und "Ginger", 27. und 28. Mai 2000

Eine kräftig ausgeprägte Frontalzone, die quer über den Atlantik von Nordamerika bis nach Europa reicht, und in der in 500 hPa über 80 kt gemessen wurden, erinnert mehr an eine winterliche Wetterlage denn an eine im späten Frühjahr. Die Bedingungen für die Entwicklung kräftiger Tiefdruckgebiete sind bei den hier herrschenden großen Temperaturgegensätzen günstig. Der Bereich der Nordsee erlebt derzeit binnen zwei Tagen schon das zweite Sturmtief. Die Bodenkarte 00:00 UTC vom 27.05.2000 zeigt das Tief "Farah" mit einem Kerndruck von 995 hPa über der südwestlichen Nordsee. Es zog relativ rasch nach Nordnordosten vor die norwegische Küste. 24 Stunden später liegt am Ausgang des Ärmelkanals bereits das kräftigere Tief "Ginger" Bodenkarte 00:00 UTC. Es zog im Laufe des Sonntags unter weiterer Verstärkung langsam in etwa die Nordseeküste entlang. Bodenkarte 06:00 UTC und Bodenkarte 12:00 UTC. In der Bretagne und der Normandie wurden Druckfalltendenzen von mehr als 10 hPa innerhalb von 3 Stunden gemessen. Das Ergebnis waren verbreitet schwere Sturmböen und vereinzelte Orkanböen. In den Niederlanden kamen zwei Menschen ums Leben. Der Entwicklungshöhepunkt wird in der Nacht zu Montag erreicht.

Bild 1: "Farah" liegt mit seinem Zentrum über der mittleren Nordsee und beginnt gerade, die typische Spiralstruktur auszubilden. Noch weit draußen auf dem Atlantik erkennt man als unscheinbare Welle das kommenden Orkantief "Ginger".
Bild 2: Die Spiralstruktur von "Farah" ist voll ausgebildet, der Entwicklungshöhepunkt erreicht. Vor der Kaltfront bilden sich über Polen in der vorderseitigen subtropischen Warmluft einige Gewitter (helle Wolkenkleckse).
Bild 3: "Farah" zieht weiter Richtung Westnorwegen, die Gewitter über Polen haben sich zu Clustern zusammengeschlossen. "Ginger" befindet sich immer noch am Anfang seiner Entwicklung, die Wolkenfelder der Welle haben bereits auf den Kontinent übergegriffen.
Bild 4: "Farah" beginnt sich aufzufüllen. "Ginger" hat sich kaum weiterentwickelt, immer noch als Welle ist er weiter rasch nach Osten vorangekommen.
Bild 5: Die Kaltfront von "Farah" erstreckt sich in einem Riesenbogen über das mittlere Skandinavien und Finnland hinweg bis nach Rußland. An ihrer Südflanke wurde "Ginger" weiter nach Osten gesteuert, hat den Ärmelkanal erreicht und beginnt nun, die Wirbelstruktur auszubilden. Der Druckfall im Bereich der französischen und holländischen Nordseeküste dürfte nun seine maximalen Werte erreicht haben.
Bild 6: "Farah" ist nurmehr als diffuses Wolkenband erkennbar. "Ginger" liegt mit seinem Zentrum knapp nördlich des Dollart. Der wolkenarme Bereich des Wirbelzentrums erinnert an das Auge eines tropischen Wirbelsturmes.

Noch mehr Satellitenbilder von "Farah"
Noch mehr Satellitenbilder von "Ginger"

Vergrößerung durch Anklicken

1)   27.5.2000, 5:20 UTC, NOAA IR
Vergrößerung durch Anklicken

2)   27.5.2000, 13:42 UTC, NOAA IR
Vergrößerung durch Anklicken

3)   27.5.2000, 15:22 UTC, NOAA IR
Vergrößerung durch Anklicken

4)   27.5.2000, 19:07 UTC, NOAA IR
Vergrößerung durch Anklicken

5)   28.5.2000, 5:17 UTC, NOAA IR
Vergrößerung durch Anklicken

6)   28.5.2000, 15:11 UTC, NOAA IR
Noch mehr Satellitenbilder von "Farah"
Noch mehr Satellitenbilder von "Ginger"


zurück